Wir sollten Kühe wie Zebras anmalen.

…Das schlagen zumindest japanische Forscher:innen vor, um die Tiere vor bissigen Fliegen zu schützen. Falls Sie nun denken, dass das ziemlich unkonventionel und gleichzeitig total schlau klingt, liegen Sie damit absolut richtig. Die Studie wurde 2025 genau deshalb mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.

Die Grundidee ist dabei nicht neu: Das schwarz-weiße Streifenmuster schützt Zebras vor bissigen Fliegen, die unter anderem Krankheiten übertragen können. Forschungsgruppen konnten beispielsweise zeigen, dass die Verbreitung von gestreiften Pferdearten mit der Verbreitung von krankheitsübertragenden Fliegen korreliert. Aber auch in Laborversuchen landeten Fliegen seltener auf schwarz-weiß gestreiften Gegenständen, als auf einfarbigen.

Aber warum meiden Fliegen schwarz-weiß gestreifte Landeplätze? Forscher:innen vermuten, dass das kontrastreiche Muster bei den Fliegen zu Verwirrungen führt. Die Fliegen haben also schlichtweg Probleme damit, auf den Zebras gezielt zu landen. Vermutlich spielen dabei unterschiedliche optische Täuschungen eine Rolle, wie der „Barber Pole Illusion“ oder der „Wagon Wheel Illusion“.

Die japanische Forschungsgruppe hat sich also gedacht: „Hey, wenn Zebras nachweislich durch ihre Streifenmuster vor bissigen Fliegen geschützt werden, könnte das auch bei Kühen funktionieren, wenn wir sie wie Zebras anmalen.“ Und genau das haben sie dann getan. Und tatsächlich sind auf den als Zebras getarnten Kühen weniger Fliegen gelandet. Gleichzeitig wurden bei den Tieren weniger Abwehrbewegungen gezählt, also beispielsweise das Schlagen mit dem Schwanz.

Die Forschungsgruppe schlägt daher vor, Kühen öfter wie Zebras anzumalen und so den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren. Das sei besser für die Tiere, Menschen und Natur. Tatsächlich gibt es bereits kommerziell erhältliche Decken in Zebra-Optik für Pferde. Also nicht wundern, falls Sie in den kommenden Jahren sehr unförmige Zebras auf der Kuhweide in Ihrer Nähe sehen. Das sind vermutlich die Kühe von Landwirt:innen, die ebenfalls von der japanischen Studie gelesen haben. 

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