Die Größe von Dingen. (1/2)
Wir alle haben ein recht gutes Verständnis davon, wie groß ein Millimeter, Meter oder Kilometer ist. Das liegt daran, dass wir diese Größenordnungen mit unseren Augen erfassen können, sich unser Alltag in dieser Größenordnung abspielt und wir uns im Mathe-Unterricht durch diverse Geometrieaufgaben gequält haben. Aber wie groß war nochmal ein Atom, eine Bakterienzelle oder, um nur etwas leicht Größeres zu nennen, die Milchstraße? Ein Vergleich:
Beginnen wir bei Atomen. (Ich weiß, es gibt noch kleinere Teilchen, aber das ist ein anderes Thema;) Ein Wasserstoffatom ist (theoretisch) etwa 100 pm (Pikometer) groß. Das entspricht 0,0000000001 m, was wir auch voll cool und wissenschaftlich mit 1e-10 m ausdrücken können. Trotzdem bleiben Atome im wahrsten Sinne des Wortes unfassbar klein.
Moleküle sind die nächste Stufe unseres Größenvergleichs. Eine DNA-Doppelhelix hat einen Durchmesser von etwa 2 nm (Nanometer) und ist damit 20x größer als ein Wasserstoffatom. Ausgeschrieben in Metern sind das 0,000000002 (2e-9). Richtig gut vorstellen können wir uns das immer noch nicht, aber das ändert sich im nächsten Schritt.
Eine E. coli Bakterienzelle ist etwa 2 µm (Mikrometer) lang und damit 1000x größer als der Durchmesser der DNA-Doppelhelix. Das spannende an dieser Größenordnung ist, dass wir sie mit relativ einfachen Methoden wie der Lichtmikroskopie sichtbar machen können. 2 µm entsprechen übrigens 0,000002 m (2e-6 m) oder 0,002 mm. Langsam wird es übersichtlich.
Nun sind wir in dem Bereich angekommen, den wir mit unseren Augen wahrnehmen können: Die rote Waldameise ist etwa 5 mm lang, eine CD* hat einen Durchmesser von 12 cm und ein Blauwal ist bis zu 33 m lang. Das ist witzigerweise etwa so lang wie eine große, abgerollte Klopapierrolle. Und auch, wenn wir selten an ausgestreckten Blauwalen (oder abgerollte Klopapierrollen) Maßbänder dranhalten, können wir uns 33 Meter recht gut vorstellen.
Das gilt ebenfalls für Strecken, die wir zu Fuß zurücklegen können. Beim Wandern schaffen wir etwa 5 km pro Stunde. Zumindest im flachen Gelände. Denn um den Mount Everest mit seinen läppischen 8,8 km zu besteigen, sind (inkl. Akklimatisierungsphasen) normalerweise ein bis zwei Monate nötig. (Wobei natürlich deutlich mehr als 8,8 km zurückgelegt werden!) Trotz des offensichtlich beschwerlichen Aufstiegs, wurde der Berg bei Google mit 4,5 Sternen bewertet. Dem Massentourismus sei Dank!
Für die nächste Größenordnung, tauschen wir nicht nur Mikroskop gegen Teleskop, sondern verlassen auch die Erde. Aber vorher bleibt Zeit zum Durchatmen, da es erst im nächsten Blogpost weitergeht.
*Für alle sehr jungen Leser:innen: Eine CD (Compact Disc, die) ist ein Datenträger, der die Schallplatte abgelöst hat, aber irgendwann selbst durch MP3-Dateien und Musik-Streaming ersetzt wurde. Seitdem werden CDs eigentlich nur noch als fragwürdiges Bastelmaterial, unsichere (!) Brillen bei Sonnenfinsternissen und von meiner Radiologiepraxis verwendet.