Wie der Nobelpreis. Nur anders.
Die Pose erkennen wir alle sofort. „Der Denker” vom französischen Bildhauer Auguste Rodin. In diesem Fall nur irgendwie falsch. Was allerdings wie ein Unfall aussieht, ist alles andere als ein Versehen. Es handelt sich nämlich um das Logo des Ig-Nobelpreises.
Zum ersten Mal verliehen im Jahr 1991, werden mit dem etwas anderen Preis Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die Menschen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen („Research that makes people laugh, then think.“). Der Name „Ig-Nobelpreis“ ist dabei ein doppeltes Wortspiel: Zum einen bezieht er sich offensichtlich auf den Nobelpreis, der nach dem schwedischen Forscher und Stifter dessen, Alfred Nobel, benannt wurde. Gleichzeitig bedeutet das englische Wort „ignoble“ soviel wie unedel oder unwürdig.
Diese Wortbedeutung ist jedoch wie vieles an dem Ig-Nobelpreis nicht ganz ernst gemeint. So gäbe es auch kein Geld oder Sachpreis zu gewinnen, sondern jedes Jahr einen anderen handgemachten Preis aus sehr billigen Materialien, wie Gründer des Preises Marc Abrahams in einem TED-Talk erzählt. Eine weitere Kuriosität ist die 24/7 Lecture, in der die Gewinner:innen ihre Forschungsarbeit erklären. Zunächst innerhalb von 24 Sekunden und anschließend mit sieben Worten zusammengefasst.
Und apropos Preisverleihung: Diese fand nach 35 Jahren in den USA 2026 erstmalig in Europa statt. Dafür wurden die Gewinner:innen und wissenshungrige Zuschauer:innen zur Zeremonie nach Zürich eingeladen. Ausnahmsweise ist der Grund für diesen Traditionsbruch jedoch alles andere als humorvoll. Denn laut Abrahams sei es in den letzten Jahren immer gefährlicher geworden, die USA zu bereisen, weshalb sie dies nicht mehr von ihren Gäst:innen verlangen könnten.
Nichtsdestotrotz bleibt der Ig-Nobelpreis nicht nur eine spannende Plattform für Wissenschaftskommunikation, sondern auch der beste Beweis dafür, dass Forschende durchaus viel Humor besitzen!